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Spricht mein Hund chinesisch?

Dr. Juliane Bräuer forscht am Max Planck Institut für Menschheitsgeschichte zum Thema  „Klüger als wir denken: Wozu Tiere fähig sind“. Zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ in Jena hält sie nicht nur zu einem informativen Vortrag auf dem Beutenbergcampus auch Hundebesitzer können nach Voranmeldung die Fähigkeiten ihrer Tiere live testen lassen. Hund

Frau Dr. Bräuer, ihr Vortrag heißt „Klüger als wir denken: Wozu Tiere fähig sind“ Wozu sind sie denn fähig? Sicher ist das je nach Tierart recht unterschiedlich.

Dr. Juliane Bräuer: Da haben Sie völlig recht. Es ist natürlich sehr artabhängig, wozu Tiere fähig sind. Worum es mir aber in meinem Vortrag und meiner Arbeit geht, sind die kognitiven Fähigkeiten von Tieren. Also, was Tiere über ihre Umwelt verstehen. Das ist ein relativ neues Fachgebiet. D.h. ich bin nicht so sehr daran interessiert, was angeboren ist und was Tiere lernen können, sondern was sie wirklich verstehen. Es geht zusammengefasst um Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier.

Haben wir denn diese Gemeinsamkeiten?

Dr. Bräuer: Wir stellen immer wieder fest, dass Tiere oft unter- und manchmal auch überschätzt werden, indem was sie können. Dass gesagt wird, Tiere können gar nicht denken. Dies können wir widerlegen. Viele Tiere können denken. Vieles was man für einzigartig menschlich hielt, wie Sprache, Werkzeugherstellung oder Planung sieht man auch, wenn man sich im Tierreich umschaut. Wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim Menschen.

Nehmen wir speziell das Verhältnis Mensch-Hund. Oft trifft hier das Stichwort Vermenschlichung.

Dr. Bräuer: Ja, hier besteht tatsächlich die Gefahr und das tut den Hunden in vielerlei Hinsicht nicht gut und führt zu Problemen. Wir wissen, dass Hundebesitzer bestimmte Emotionen, z.B. wenn der Hund aggressiv guckt, nicht richtig einschätzen können. Es geht eben darum zu schauen, wie es im Kopf des Tieres aussieht und dieses nicht nur von unserer Warte zu sehen.

Mit welchen Tieren arbeiten Sie?

Dr. Bräuer: Ich selbst habe mich mit Menschenaffen beschäftigt, habe mit Hunden und Wölfen gearbeitet auch mit Ziegen und Schweinen – also verschiedene Tierarten. Die typischen Tiere, die bei der Intelligenzforschung immer genannt werden, sind unsere nächsten Verwandten die Schimpansen und Menschenaffen. Das möchte ich im Vortrag breiter fächern. Hier soll es durchaus um verschiedenste Tierarten gehen und auch mal überraschen.

Gibt es überraschende Erkenntnisse in ihrer Forschungsarbeit?

Dr. Bräuer: Manchmal ist das auch die Erkenntnis, was Tiere nicht können. Der Affe versteht z.B. nicht wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt, dass da Futter drin ist. Der Hund dagegen schon. Das liegt wahrscheinlich da dran, dass diese Geste in der Umwelt des Affen nicht vorkommt. Ein unerwartetes Ergebnis war auch, zu was neugeschlüpfte Küken in der Lage sind. Die können nämlich schon rechnen – auch wenn sie erst wenige Stunden alt sind.

Zur LNdW kann man seinen Hund für einen Live-Test anmelden. Was passiert da?

Dr. Bräuer: Da sehen Sie einfach mal was wir hier machen. Es gibt ja ganz einfache Tests. Beispielsweise wenn Hunde Mengen unterscheiden sollen, bekommen sie zwei verschieden volle Futterbecher. Der Hund will natürlich lieber mehr als weniger Futter. Das kann man gut vorführen. Wichtig ist nur, dass wir wissen, wie viele Hunde kommen und wie verträglich sie sind. Dabei möchten wir natürlich auch Werbung für uns machen. Schließlich sind wir auf die Tiere für unsere Tests angewiesen. Außerdem wollen wir zeigen, dass das hier nichts mit Tierversuchen zu tun hat, sondern die Hunde sehr gern zu uns kommen.

Spricht mein Hund chinesisch?

Tickets gibt es in der Jena Tourist-Information und online unter www.jena.de/tickets.
 

Aktueller Hinweis


Aktuell können keine Online-Tickets mehr verkauft werden.

Sie können aber an der Abendkasse bei folgenden Stellen ein Ticket erwerben:

Die Jena Tourist-Information hat dafür extra bis 22:00 Uhr geöffnet. Ab 16:00 Uhr werden die Tickets zum Abendkassenpreis verkauft. Sichern Sie sich also rechtzeitig Ihre Tickets!

Zusätzliche Abendkassen wird es am Veranstaltungsabend (22. November 2019) von 18:00 bis 22:00 Uhr an folgenden Standorten geben:

- Beutenberg Campus (Abbe-Zentrum)
- EAH – Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Haus 2, Haupteingang)
- Universitätsklinikum (Lobeda, Haupteingang)
- FSU-Campus (Ernst-Abbe-Platz)
#LNDWJena
Lange Nacht der Wissenschaften 2019 wird gefördert und unterstützt durch: