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Stadtzentrum
1800

FSU: Institut für Technische Chemie und Umweltchemie

Ort: Labor 304 (3.OG) , Philosophenweg 7a

Mikroschadstoffe und -plastik im Wasserkreislauf. Was kann getan werden?

Sind Kunststoffflaschen gefährlich für den Menschen? Kann man mit Schall, Licht, Strom oder Kohle Wasser reinigen? Und wie hängen Mikroplastik und Wasserschadstoffe zusammen? Erleben Sie aktuelle Forschung hautnah.

In der Veranstaltung lernen die Zuhörer anschaulich, welche Schadstoffe die meisten Kläranlagen momentan nicht aus dem Abwasser entfernen können, welche Probleme sich hieraus für Mensch und Umwelt ergeben können und welche neuen Techniken zur Wasserreinhaltung hierzu erforscht werden. Weiterhin wird auf die Problematik des Mikroplastiks eingegangen. Das heißt, wie es entsteht, was die damit verbundenen Gefahren sind und wie man damit umgehen kann.

Mikroplastik, der Name bezieht sich auf die Größe der Partikel im Mikro- bzw. Nanometerbereich, entsteht primär durch gezieltes in Umlauf bringen von Mikroplastikpartikeln (bspw. Kosmetikprodukte) und sekundär durch die Verwitterung von größeren Plastikprodukten. Mittlerweile ist überall auf der Welt Mikroplastik anzutreffen, selbst im menschlichen Blut wurde es nachgewiesen. Aktuell wird untersucht, ob Tiere diese Teilchen mit der Nahrung aufnehmen können und wie sich die Konzentration in den Organismen mit der Nahrungskette verändert. Aber auch andere Risiken gehen von Mikroplastik aus. Die mit Verringerung der Partikelgröße einhergehende Vergrößerung der Oberfläche kann Schadstoffe (z. B. Pestizide, Medikamente, Schwermetalle) aus seiner Umgebung ähnlich wie ein Schwamm anziehen. Dadurch können mit der Zeit immer mehr Schadstoffe an der Partikeloberfläche vorgefunden werden. Inwieweit diese dann wieder bei der Aufnahme in Organismen freigegeben werden können, ist eine aktuelle Fragestellung, die am Lehrstuhl für Technische Umweltchemie aktuell bearbeitet wird.

Durch die moderne Landwirtschaft und Medizin wird ein Teil der genannten Schadstoffe in Form von Pflanzenschutzmitteln, Pharmazeutika und anderen langlebigen Chemikalien in die Umwelt eingetragen. Sie werden durch die heute üblichen drei Reinigungsstufen (mechanisch, biologisch, chemisch) von Kläranlagen nicht adäquat beseitigt. Im gereinigten Abwasser liegen diese Chemikalien in geringen Konzentrationen (deshalb Mikroschadstoff) weiterhin vor. Die Verbindungen, welche in hohen Konzentrationen giftige, hormonaktive, karzinogene oder teratogene Eigenschaften aufweisen, werden unter dem Sammelbegriff Mikroschadstoffe zusammengefasst.

Der Grund für das verstärkte Auffinden der Mikroschadstoffe im geklärten Abwasser ist zum einen der Fortschritt der chemischen Wasseranalytik, welche die Detektion auch kleinster Schadstoffmengen zulässt. Zum anderen nehmen die Menge und auch die Bandbreite dieser Schadstoffe durch den erhöhten Medikamentenkonsum unserer alternden Gesellschaft und den medizinischen Fortschritt zu. Immer wirksamere und gegen biologischen Abbau resistentere Medikamente werden in der Konsequenz in unseren größtenteils auf biologischen Methoden beruhenden Kläranlagen nicht oder nur teilweise entfernt.

Die mittel- und unmittelbaren Auswirkungen von Mikroschadstoffen auf das Ökosystem und den Menschen sind derzeit noch nicht vollständig geklärt und Teil aktueller Forschung. Um das Gefahrenpotenzial von Mikroschadstoffen zu minimieren bzw. auszuschließen, werden in der aktuellen Forschung verschiedene Ansätze verfolgt, von denen einige bereits in ausgewählten Kläranlagen getestet werden. In einer sogenannten vierten Reinigungsstufe soll ein Großteil der Mikroschadstoffe aus dem vorgereinigten Abwasser entfernt werden. Diskutiert werden physikalische Verfahren wie die Adsorption an Aktivkohle. Hierbei werden die Mikroschadstoffe an Aktivkohle gebunden und zusammen mit der Aktivkohle aus dem Abwasser entfernt. Ebenfalls vielversprechend sind verschiedene destruktive Verfahren, bei welchen die Mikroschadstoffe mit Hilfe von UV-Licht, elektrischem Strom oder Ozon entfernt werden.

Anhand eines Posters wird die Problematik der Mikroschadstoffe und des Mikroplastiks verdeutlicht. Außerdem kann das Verhalten von Plastik in einem Miniatur-Ozean betrachtet werden. Zum Staunen lädt ein Vorführexperiment ein, welches die Schwammeigenschaften von Mikroplastik und Schadstoffen demonstriert.

Hinweis:

Veranstaltungszeit: 18:00, 19:00, 20:00, 21:00, 22:00 und 23:00 Uhr
 
Bildnachweis (c) copyright: links: Stephan Glinka/BUND; rechts: UBA
Abbildung, links: Mikroplastik aus Kosmetik auf Fingerspitze; rechts: Arzneimittel.

Mikroschadstoffe und -plastik im Wasserkreislauf. Was kann getan werden?

Tickets gibt es in der Jena Tourist-Information und online unter www.jena.de/tickets.
 

Aktueller Hinweis


Aktuell können keine Online-Tickets mehr verkauft werden.

Sie können aber an der Abendkasse bei folgenden Stellen ein Ticket erwerben:

Die Jena Tourist-Information hat dafür extra bis 22:00 Uhr geöffnet. Ab 16:00 Uhr werden die Tickets zum Abendkassenpreis verkauft. Sichern Sie sich also rechtzeitig Ihre Tickets!

Zusätzliche Abendkassen wird es am Veranstaltungsabend (22. November 2019) von 18:00 bis 22:00 Uhr an folgenden Standorten geben:

- Beutenberg Campus (Abbe-Zentrum)
- EAH – Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Haus 2, Haupteingang)
- Universitätsklinikum (Lobeda, Haupteingang)
- FSU-Campus (Ernst-Abbe-Platz)
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Lange Nacht der Wissenschaften 2019 wird gefördert und unterstützt durch: