In der KI-Werkstatt für Kulturdaten öffnen wir die Tür zu unserer täglichen Arbeit: Sie erleben live, wie Thüringens Kulturschätze mit Unterstützung von KI digital erfasst, erschlossen und visualisiert werden – an Beispielen aus der Praxis.
Wie wird aus einem musealen Objekt ein Datensatz, der sich online finden lässt? Wir zeigen, wie Sammlungsstücke Schritt für Schritt digital erfasst werden. Historische Forstkarten führen vor Augen, wie aus empfindlichen Originalen hochaufgelöste Digitalisate entstehen und wie deren Inhalte erschlossen, also durchsuchbar und nutzbar gemacht werden. Und an Karteikarten – jahrzehntelang das Gedächtnis von Bibliotheken und Sammlungen – erleben Sie, wie ein KI-gestützter Workflow die Angaben Karte für Karte in strukturierte Daten überführt. Zuschauen, Fragen und Mitdiskutieren sind ausdrücklich erwünscht.
Parallel lohnt der Abstieg in den Fürstenkeller: Ab 1532 unter Kurfürst Johann angelegt, zählt er zu den größten Gewölbekellern Deutschlands – rund 55 Meter lang, 12 Meter breit, mit bis zu zehn Meter hohen Tonnengewölben. Der Chronist Adrian Beier staunte einst, ein Fuhrmann könne mit vier Pferden hinein-, unten herum- und wieder hinausfahren. Bis heute beeindruckt die bauzeitliche Technik mit Wasserrinne und gefasster Quelle, und als geschütztes Kulturdenkmal ist der Keller in den Neubau der ThULB integriert. So schlägt das Haus selbst den Bogen von der Vergangenheit in die digitale Gegenwart.