Wenn Menschen antike Texte lesen, dann projezieren sie oft unbewusst die eigenen, modernen Vorstellungen in die Vergangenheit. Wenn dann etwa die Bibel sagt, dass die Christusgläubigen eine "Familie" sind, stellen sich viele eine klassische "Kernfamilie" mit Vater, Mutter, Kindern vor – doch eine solche Vorstellung von "Familie" und sogar den Begriff gab es zu dieser Zeit noch nicht. Ebenso bleiben beim Lesen biblischer Texte oft manche Gruppen unsichtbar, allen voran die Sklavinnen und Sklaven, aber auch Frauen und Kinder. Und was können diese antiken Texte überhaupt noch damit zu tun haben, wie Menschen heute leben?
Diese und weitere Fragen werden in diesem interaktiven Vortrag anhand vieler Beispiele und Bilder erläutert. Es zeigt sich, dass die Art, wie Menschen (miteinander) lebten, schon in der Antike vielfältig war und wir heute diese Vielfalt im Blick behalten sollten, wenn wir biblische Texte lesen.