Prof. Dr. Andreas Hetzel (Hildesheim): Vielfalt achten. Eine Ethik der Biodiversität
Das Leben hat sich auf unserem Planeten zu einer unermesslichen Fülle von Formen ausdifferenziert, die in komplexen Weisen interagieren. Durch die Zerstörung unserer natürlichen Umwelt bedrohen wir das Wunder der globalen Biodiversität in seinem Fortbestand. Dabei verdrängen wir, dass auch die Menschheit weiter von der Produktivität jener Ökosysteme abhängig bleibt, zu denen sich das Leben evolutionär organisiert hat. Doch wie lässt sich überzeugend für den Erhalt von Biodiversität argumentieren?
Eine nicht unbedeutende Rolle bei der Zerstörung von Natur spielen reduktionistische Begriffe, die die ein verkürztes Verständnis von Natur vertreten und ihre Vielfalt und Interdependenzen aus dem Blick geraten lassen. Welche theoriegeschichtlichen Alternativen, über Natur nachzudenken und Natur zu begreifen, begegnen uns in den Diskursen um 1800? In welcher Weise können sie für unsere gegenwärtigen umweltethischen Diskussionen von Bedeutung sein? Diesen Fragen geht der Vortrag von Prof. Andreas Hetzel (Hildesheim) nach.