Was macht eine Infektion mit unserem Gehirn?
Mit dem DFG-geförderten Graduiertenkolleg NeurInfect (GRK 3136) wollen wir auf der LNdW 2026 insbesondere einen Schwerpunkt auf das Zusammenspiel körperlicher Symptome – beispielsweise dynamische Veränderungen des Immunsystems bei Infektionserkrankungen – und deren Auswirkungen auf neuropsychiatrische Faktoren sowie strukturelle und funktionelle Veränderungen des Gehirns setzen.
Das Projekt wird von einer Kooperation des Universitätsklinikums Jena, des Hans-Knöll-Instituts Jena, der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin getragen. Durch das Zusammenspiel von Infektionsmedizin, Immunologie, Neurologie und Psychiatrie soll der ursächliche Zusammenhang zwischen Atemwegsinfektionen und neuropsychiatrischen Folgeerkrankungen (NPI) aufgeklärt werden. Die zentrale Hypothese ist, dass eine Atemwegsinfektion mit nachfolgender systemischer Entzündung eine akute Immun-Nerven-Reaktion auslöst, die die Gehirnfunktion beeinträchtigt und zu Delir sowie akuten Verhaltensänderungen (Krankheitsverhalten) führt. Aus dieser akuten Krise können sich durch anhaltende Störungen neuronaler Schaltkreise langfristig neuropsychiatrische Folgeerkrankungen entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Neuropsychologie und der Frage, wie das Gehirn unser Denken, Fühlen und Verhalten beeinflusst. Anhand anschaulicher, teilweise kindgerechter Beispiele möchten wir zeigen, wie eng bestimmte Gehirnregionen mit kognitiven Funktionen wie Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbunden sind und welche kognitiven Veränderungen nach einer Infektion auftreten können. Ergänzend wird die Funktionsweise des Immunsystems spielerisch vermittelt. Ein besonderer Höhepunkt ist der exklusive Einblick in echte MRT-Bilder, bei dem Besucher die Möglichkeit haben, die verschiedenen Bereiche des Gehirns einmal genauer zu betrachten.
Weitere Informationen: Graduiertenkolleg Neurinfect
Was macht eine Infektion mit unserem Gehirn?
KI generiert