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Ausgestorben – verloren für immer? Wie man fremde Schriften entziffert

 
Zeit
19:00 - 19:40 Uhr
Veranstalter
Friedrich-Schiller-Universität Jena und Theologische Fakultät
Ort
Jena
Adresse
Fürstengraben 6, SR E003

Wie entschlüsselt man eine Schrift, die seit Jahrhunderten nicht mehr geschrieben wird? Deren Sprache wir nicht kennen? Die auf keinem „Stein von Rosetta“ steht? Das Beispiel Arabien zeigt, dass es geht – und warum es manchmal so lange dauert.

Die Arabische Halbinsel ist eine Region der Schrift – und zwar nicht erst durch die Sprache des Koran! Bereits vor 3000 Jahren hat man in Arabien fleißig geschrieben – in ganz verschiedenen Sprachen und Schriften. Ein Großteil dieser Schriftkulturen ist in vorislamischer Zeit zum Erliegen gekommen, ihre Schrift damit in Vergessenheit geraten. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden sie wiederentdeckt, und das Ringen um ihre Entschlüsselung hält bis heute an: Der jüngste gelungene Entzifferungsversuch einer Gruppe antiker Inschriften aus dem heutigen Oman stammt aus dem vergangenen Jahr (2025)! 
 
Die Entzifferung von Keilschrift und Hieroglyphen ging schneller, nicht wahr? Was macht denn nun die Arbeit mit den arabischen Schriften so kompliziert – zumal es sich hier „nur“ um Alphabete mit höchstens 29 Buchstaben handelt? Die zugrundeliegenden Sprachen sind schließlich genauso „tot“ wie das Babylonische oder Altägyptische! Es muss also andere Gründe geben, warum sich bestimmte Schriften schwerer „knacken“ lassen. Vielleicht hat es auch etwas mit unterschiedlichen Handschriften (Stichwort: Sauklaue) zu tun? Der Vortrag begleitet Sie durch 200 Jahre Forschungsgeschichte und zeigt auf, wie das Rätsel der jahrtausendealten Schriftzeugnisse aus dem „Glücklichen Arabien“ schließlich gelöst werden konnte.

 
Bild
Steinplatte und Schriftrolle mit Schriftzeichen der Sabäer
Dieselbe Schrift? Dieselbe Sprache? Dokumente aus dem Reich der Sabäer, vor rund 2000 Jahren verfasst
, ©

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