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Französische und italienische Handschriften aus Mitteldeutschland (16.-18. Jahrhundert)

 
Zeit
20:00 - 21:30 Uhr
Veranstalter
Friedrich-Schiller-Universität Jena und Institut für Romanistik
Ort
Jena
Adresse
Ernst-Abbe-Platz 8, Seminarraum der Romanistik (401)

Anhand authentischer Handschriften wird der Frage nachgegangen, warum sich Adlige aus Mitteldeutschland in der Frühen Neuzeit untereinander auf Französisch oder Italienisch schrieben, wie gut sie die Sprachen beherrschten und wie sie diese erlernten.

In der Frühen Neuzeit waren das Französische und das Italienische in ganz Europa als bedeutende Verkehrs- und Kultursprachen verbreitet und fanden nicht nur in der Diplomatie, im Handel und in der Wissenschaft, sondern auch in der privaten Korrespondenz unter europäischen Adligen Verwendung. 

Im Vortrag werden zunächst die Gründe für die besondere Stellung des Französischen und Italienischen im Europa der Frühen Neuzeit behandelt, bevor vertieft auf die Verwendung beider Sprachen als Korrespondenzsprachen im mitteldeutschen Raum eingegangen wird. 

Um einen authentischen Einblick in die Verbreitung des Französischen und Italienischen in Mitteldeutschland zu erhalten, wird zunächst die französisch- und italienischsprachige Korrespondenz verschiedener mitteldeutscher Fürsten und Fürstinnen genauer unter die Lupe genommen. Bei den untersuchten Briefen handelt es sich um bisher nicht ediertes Quellenmaterial, das in mitteldeutschen Archiven (Altenburg, Gotha, Jena, Weimar, Dresden, Dessau) ausfindig gemacht werden konnte. Unter den Schreibern und Schreiberinnen finden sich Persönlichkeiten wie z.B. Bernhard von Sachsen-Jena (1638-1678), Sophia Albertine von Sachsen-Hildburghausen (1683-1742), Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1772), Ernst Friedrich II. von Sachsen-Hildburghausen (1707-1745), Karl Friedrich von Sachsen-Meiningen (1712-1743), Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1721-1767) sowie Ernestine Auguste Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach (1740-1786). Anhand der Briefe wird insbesondere der Frage nachgegangen, warum und über welche Themen sich die Adligen auf Französisch oder Italienisch schrieben. Des Weiteren soll überprüft werden, wie gut sie die beiden Sprachen tatsächlich beherrschten. 

Im zweiten Teil des Vortrags werden ausgewählte Französisch- und Italienisch-Lehrwerke für Deutschsprachige aus dem 16. und 18. Jahrhundert vorgestellt, die im mitteldeutschen Raum entstanden sind und z.T. nur als Manuskripte existieren. 

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, einen Blick auf ausgewählte Handschriften (Photographien) zu werfen und sich darin zu versuchen, diese – ggf. mit Hilfe der Veranstalter – zu lesen.

 
Bild
Brief von Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg an Friedrich Ernst Schenck
Brief von Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg an Friedrich Ernst Schenck
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