Die fluoreszenzgesteuerte Chirurgie (FGS) stellt einen Paradigmenwechsel von der herkömmlichen Weißlichtchirurgie hin zu einer molekular gestützten Entscheidungsfindung in Echtzeit dar. Durch die Verabreichung gezielter Fluoreszenzmittel, die sich selektiv in Geweben wie Tumoren, Blutgefäßen oder Lymphknoten anreichern, können Chirurgen kritische Strukturen intraoperativ mit verbessertem Kontrast und höherer Präzision sichtbar machen. Unter speziellen Bildgebungssystemen „leuchten“ diese Gewebe auf und bieten eine live verfügbare, hochauflösende Führung, die die Tumorabgrenzung verbessert, die Erhaltung von gesundem Gewebe ermöglicht und eine vollständigere Resektion unterstützt. Im Gegensatz zur statischen präoperativen Bildgebung fügt die Fluoreszenzbildgebung direkt während der Operation eine dynamische Informationsebene hinzu, wodurch das anatomische, funktionelle und pathologische Verständnis verbessert wird.